WETTBEWERB WOHNBEBAUUNG KALLHARDTSTRASSE I PFORZHEIM (PROJEKT 356)
NICHTOFFENER REALISIERUNGSWETTBEWERB
NEUBAU „STADTGARTENQUARTIER“ ALS WOHNANLAGE MIT 79 WOHNEINHEITEN, DIV. GEWERBEEINHEITEN UND TIEFGARAGE IN HOLZHYBRIDBAUWEISE

AUSLOBER
STADTBAU GmbH PFORZHEIM / Baugenossenschaft Arlinger e.G.

4. PREIS
PFORZHEIM 2019

TEAM:
MARKUS RAUPACH
TIMOTHY THEUNE
ANGELA CHRISTOPH

PLANUNGSPARTNER:
faktorgruen Landschaftsarchitekten bdla Beratende Ingenieure PartGmbB, Freiburg
EGS-plan Ingenieurgesellschaft für Energie-, Gebäude- u. Solartechnik mbH, Stuttgart

PERSPEKTIVE:
FFM-ARCHITEKTEN. ARNO ROTHACKER

„Stadtgartenquartier“ – gemeinschaftlich Wohnen zwischen Stadt- und Grünraum
Leitgedanke des Entwurfs ist die Errichtung eines Wohnquartiers mit ausdrucksstarker gemeinschaftlicher Identität.
Als zentrales Element der Begegnungsmöglichkeiten führt ein sich durch das Quartier mäandrierender offener Laubengang, der alle Gebäude und deren Nutzungen miteinander verbindet.
Die prägnante Erschließung über breite, zum Teil überdachte Plätze und Laubengänge, offene Treppen sowie grüne Höfe und Dächer bietet verschiedenste Möglichkeiten zum Aufenthalt, zur Nachbarschaftspflege, zum gemeinsamen Gärtnern, Werkeln etc.

Städtebauliche Leitidee ist ein urbanes lebenswertes Wohnquartier mit eigener Identität an der Schnittstelle zwischen Stadt- und Grünraum, das sich nicht abschottet, sondern eine Verknüpfung des dicht bebauten angrenzenden Wohnquartiers mit den Grün- und Freiflächen des Stadtgartens ermöglicht.

Mittels drei zum Stadtgarten ausgerichteten U-förmigen Baukörpern wird die Typologie der Blockrandbebauung landschaftlich geschwungen fortgeführt.
Die zum Stadtgarten führenden Straßen münden auf großzügigen, zum Grün geöffneten, teils überdachten Quartiersplätzen mit Zugang zum Uferweg und Stadtgarten. Über der „piazza coperta“, verbinden sich die drei Baukörper im 2. Obergeschoss zu einer städtebaulichen Figur.

An den Quartiersplätzen befinden sich die Zugänge für die Wohnbebauung und die halböffentlichen Funktionen wie auch der Zugang zu Kita und Familienzentrum im Erdgeschoss. Dort stehen auch Flächen für Co-Working-Offices, für Do-it-yourself-Werkstätten, Fahrradgarage, Waschsalon und Café, welche auch von Bewohnern des neuen „Stadtgartenquartiers“ gemietet und betrieben werden können, zur Verfügung.

Kita
Erdgeschoss und 1. Obergeschoss der Kita befinden sich im südlichen Baufeld. Der Zugang erfolgt von der Südseite. Alle Räume (große Kinder im 1. Obergeschoss / 0-3-Jährige im Erdgeschoss) orientieren sich zum ca. 400 m² großen Außenbereich der Kita im Innenhof, der auch über den Laubengang (gleichzeitig Sonnenschutz und Spielfläche) vom 1. Obergeschoss aus erreicht werden kann. Weitere Spielflächen für größere Kinder werden im Stadtgarten geschaffen. Ergänzend zur Kita wird ein Familienzentrum vorgeschlagen, das selbständig funktioniert, aber auch Räume der Kita mitnutzen kann.

Wohnen
Von Microappartements und 2-3-Zimmer- über Mehrgenerationen- (schaltbar / 2 Eingänge) bis hin zu Cluster-Wohnungen (6 Wohneinheiten, nördliches Baufeld) bietet das Quartier diverse, in sich gleiche Wohnungstypen.

Alle Wohnungen werden barrierefrei über einen Gartenhof oder die von der Fassade abgerückten großzügigen Laubengänge erschlossen.
Die Erschließungsform ermöglicht Tageslichtbäder und Küchen (Kommunikation) zum Laubengang sowie Querlüften. Der Platz vor den Wohnungen kann z. B. als „Frühstückbalkon“ genutzt werden. In den Cluster-Wohnungen ist die Erschließungsfläche als Wintergarten ausgebildet.

Der Großteil ist gem. DIN 18040 barrierefrei gestaltet. Geförderte Wohnungen werden anteilig über das gesamte Quartier auf alle Baufelder und Geschosse verteilt.
Alle Wohnungen (außer Microappartements) erhalten als private Freifläche eine Loggia.

Erschließung / ruhender Verkehr – das autofreie Quartier
Sämtliche KfZ-Stellplätze für Quartier und „Kupferdächle“ werden im Untergeschoss untergebracht. Die Tiefgarage liegt wirtschaftlich unter den Außenwänden der Gebäude und ermöglicht Erhalt / Pflanzung von Bäumen im Stadtgraben sowie Sammlung / Retention von Regenwasser. Fahrräder stehen ebenerdig überdacht außen an Fahrradbügeln oder sind im Fahrradparkhaus am Quartiersplatz untergebracht.

Konstruktion / Gebäudehülle / Vorfertigung / Energiekonzept / Nachhaltigkeit
Ziel ist der Einsatz von regenerativen Baustoffen in klimafreundlicher Holzhybridbauweise. Die Tragkonstruktion (Innenwände / Decken) wird als Massivkonstruktion hergestellt (Schallschutz) und wirtschaftlich auf die Tiefgarage aufgesetzt. Sich wiederholende Gebäudebreiten / Wohnungstypen ermöglichen bauzeitensparenden Einsatz von Betonfertigteilen.

Die Außenwände (naturbelassene teilweise geflämmte Lärchenschalung / Gebäudehülle wärmebrückenfrei) werden als geschosshohe, vorgefertigte Fassadenelemente (Holzrahmenbau) ausgeführt.

Gestapelte Loggien und Laubengänge sowie Treppen und Gänge werden als Stahlkonstruktion mit aufliegender Betonfertigteilplatte vor die Gebäudehülle gestellt (Min. Wärmeverluste).

Ziel ist es, möglichst viel regenerative Energie zu verwenden und auch auf dem Baufeld zu erzeugen. Auf den Dachflächen des 3. / 4.Obergeschoss werden PV-Anlagen aufgestellt, das Quartier an das Fernwärmeangebot der Stadt Pforzheim angeschlossen.

Freiflächen / Quartiersplätze und Gartenhöfe / Dachgärten / Fassadengrün
Die Quartiersplätze zur Kallhardtstraße werden als befestigte Fläche mit Einzelbäumen, die öffentlichen Freiflächen zum Stadtgarten als Parklandschaft mit Baumgruppen gestaltet (Erhalt / Neupflanzung von Bäumen). Der Uferweg wird als öffentlicher Weg erhalten, seine Wegeführung an Quartiersplätze und Gartenhöfe angepasst.
In den Gartenhöfen entstehen neben Spiel- und Grünflächen Möglichkeiten zum Urban Gardening als Gemeinschafts- oder Mietergärten.

Die (östlichen) Dachgärten über dem 2. Obergeschoss werden ebenfalls zum Urban Gardening bereitgestellt, die Dachflächen über dem 3. / 4.Obergeschoss werden extensiv begrünt.

Fassadengrün: An der Laubengangkonstruktion der Gartenhöfe werden Rankpflanzen gesetzt, welche jahreszeitlich blühen.

02_356_Perspektiven_CafePerspektive Café

03_356_LP_1-500Lageplan

04_356_Schwarzplan_1-1000Schwarzplan

05_356_Pictos_1-2Nutzungen und Erschließung

06_356_Pictos_3-4Verzahnung Grün- und Stadtraum I Tragstruktur und Hülle

07_356_Grundrisse_EG_1-200Grundriss Erdgeschoss

08_356_Grundrisse_1OG_1-200Grundriss 1. Obergeschoss

09_356 09_Grundrisse_2OG_1-200Grundriss 2. Obergeschoss

10_356_Grundrisse_3OG_1-200Grundriss 3. Obergeschoss

11_356_Grundrisse_4OG_1-200Grundriss 4. Obergeschoss

12_356_Grundrisse_UG_1-200Grundriss Untergeschoss

13_356_Ansicht_West_1-200Ansicht West

14_356_Ansicht_Ost_1-200Ansicht Ost

15_356_Schnitte_1-200Schnitte

16_356_Fassadenansicht-Schnitt_1-20Fassadenansicht Schnitt Fassadenansicht